Akademie des Pferdes
Akademie des Pferdes

Equologie

Das der Equopädie zugehörige Forschungs- und Lehrgebiet ist die Equologie, eine empirische Wissenschaft und Lehre vom Zusammenhang zwischen Psyche und Bewegung des Menschen im Zusammenspiel mit dem Medium Pferd. Das interdisziplinäre Forschungsfeld ist zwischen Entwicklungspsychologie, Erlebnispädagogik, Sportwissenschaft, Rehabilitation und Medizin.

Von anderen Wissenschaften unterscheidet sie sich dadurch, dass sie sich nicht auf ein spezielles Gebiet oder eine bestimmte Methodologie begrenzt, sondern durch die Art ihrer Fragestellungen und ihre besondere Herangehensweise an ihre mannigfaltigen Bereiche charakterisiert ist. Im Fokus der Equologie steht die Frage, wie über eine ganzheitliche Kopf-, Körper- und Bewegungsarbeit Menschen durch das Pferd unterstützt werden können, sie beschäftigt sich mit allen Altersgruppen, mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Sie ist eine aus der pferdegestützten Intervention entstandene, persönlichkeits- und ganzheitlich orientierte Wissenschaft, deren Gegenstand die menschliche Motorik als Funktionseinheit von Wahrnehmen, Erleben, Denken und Handeln ist. Es wird versucht die heilende Kraft der Pferde auf ein wissenschaftliches Fundament zu stellen. Durch den Kontakt und das Bewegen mit dem Pferd werden ganzheitliche Effekte auf körperlicher und psychischer Ebene erzielt. Das Pferd fördert und fordert Menschen systematisch mit seinen sozialen Bildungs- und Bewegungsmöglichkeiten. Pferde helfen dabei sich wahrzunehmen, zu spüren und die eigenen Fähigkeiten und Talente zu entdecken und mit den eigenen Möglichkeiten und Grenzen auszukommen. Pferde kommunizieren durch kleinste Körpersignale und entschlüsseln minimalste Impulse, die der Körper ihres Gegenübers aussendet. Sie nehmen die Spannung und Bewegung der Muskeln wahr, spüren den Herzschlag und die Atemfrequenz. Ohne Worte fordern Pferde die Menschen auf, eine Beziehung einzugehen. Diese nicht-sprachliche Aufforderung regt alle Sinne an und öffnet Türen für Entwicklungsschritte. Neben den positiven Einflüssen auf den menschlichen Körper, die durch das „Bewegt-werden“ auf dem Pferderücken entstehen, lernen Menschen auch, sich tragen zu lassen und dem Pferd zu vertrauen. Unser Verhalten hängt unmittelbar mit unserer momentanen psychischen und körperlichen Verfassung zusammen. Zwischen Mensch und Pferd entsteht ein Beziehungsdialog, der den Menschen emotional, motorisch, kognitiv, psychisch sowie in seinem Empathievermögen fördert.