Akademie des Pferdes
Akademie des Pferdes

Bewegende Begegnungen

Das Angebot umfasst gesundheitsfördernde, präventive und rehabilitative Maßnahmen, bei denen Senioren mit Ponys und der Umwelt interagieren und über diese kommunizieren. Die Durchführung erfolgt zielorientiert, anhand einer klaren Prozess- und Themendefinition mit anschließender Dokumentation und fachlich fundierter Reflexion. Die pferdegestützte Intervention erfolgt ganzheitlich, da die Ponys Impulse für Körper, Geist und Seele geben und den Erhalt der basalen Wahrnehmungen unterstützen. Ponys öffnen Seelen und wirken dadurch heilend, bringen neue Lebensfreude, aktivieren die Motivation sich zu bewegen und fördern den sozialen Kontakt nachhaltig. Das Pony bewertet niemanden, es geht völlig unvoreingenommen und ohne Beachtung von Fähigkeiten oder Fertigkeiten auf jeden Menschen zu. Durch sein freundliches und ansprechendes Äußeres hat das Pony für eine Kontaktaufnahme einen hohen Aufforderungscharakter, spricht auf vielfältige Weise an, weckt dadurch Vertrauen, gibt Sicherheit und vermittelt Wärme und Geborgenheit. Ponys kommunizieren über analoge Sprache, d.h. über Gestik und Mimik, die auch von älteren Menschen und psychisch erkrankten Menschen verstanden und wiedergegeben wird. Ferner werden durch die Ansprache über den sensorischen Bereich sprachliche Defizite weniger erlebt, das heißt, Kontakt kann freudvoll und nicht defizitär erlebt werden. Sehr bedeutend ist die ponygestützte Intervention bei demenzkranken Menschen, da die Ponys die Menschen nicht auf der kognitiven Ebene erreichen. Durch den direkten Zusammenhang zwischen dem vor allem über die haptische  Wahrnehmung hergestellten Kontakt und dem Zugang zu emotionalen Empfindungen öffnen sich die Pforten der Erinnerungen und animieren zum Kommunizieren. Der Bezug zwischen Hand- und Mundmotorik unterstützt diese Wirkung. Ein Realitätsbezug wird immer wieder hergestellt. Der Umgang mit dem Pony verstärkt den Kontakt zu anderen Bewohnern und Bewohnerinnen. Und das wiederum bietet ebenso wie das Erlebnis mit dem Pony selbst auch wieder Gesprächsstoff. Freude durch Anregung der Sinne und positive Begegnung ist Lebensqualität. Die Menschen erleben durch das Berühren, dass sie nicht nur für sich selber, sondern auch für das Pony eine angenehme Berührung bewirken, das sich das Pony am Strick gerne spazieren führen lässt. Sie können einen Moment erleben, in dem sie für ein Lebewesen verantwortlich handeln und gebraucht werden. Der Mensch kann aus der Rolle des Nehmenden im Kontakt mit dem Pony zum Gebenden wechseln. Die positiven Einflüsse sind gleich erkennbar: Menschen, deren motorische Fähigkeiten erheblich eingeschränkt sind, können im Rollstuhl oder mit dem Rollator das Pony am Führstück führen, Menschen, die sich beim Sprechen schwer tun und was sie kognitiv verarbeiten nur noch erahnt werden kann, kommen die Wörter leichter über die Lippen, Menschen, deren Mimik weitgehend erstarrt ist, können Regungen zeigen.